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Stippfischen am Rhein, Montage-Tipps zum Angeln mit Pose (Schwimmer)

Zu der wohl bekanntesten und traditionellsten Angelmethode in Europa und Deutschland sowohl auf Raubfische als auch auf Friedfische am Rhein zählt das sogenannte Angeln mit Pose (auch ''Stippen'' oder Angeln mit ''Schwimmer'' gennant). Bei dieser Angeltechnik bietet man den Köder (z.B.: , Köderfisch, Maden, Mais, Teig, Wurm etc.) im Wasser hängend durch einstellen der Pose auf einer bestimmten Höhe entweder knapp unter der Oberfläche, im Mittelwasser oder kurz vor dem Gewässergrund an. Posen werden in vielen verschiedenen Ausführungen, Grössen und Farben verkauft. Zu den bekanntesten Sorten zählen z.B.: Waggler, Stiftpose, Stachelschweinpose, Avon, Chubber, Peacemaker, Stick und so weiter. Wie tief der Schwimmer angeboten wird reguliert man mit einem Schnur-Stopper den man an der Hauptschnur anbringt. Dieser Stopper ist meistens ein Gummibändchen oder eine einfache Silikonperle über den der Schwimmer nicht hinüber rutschen kann. Der eigentliche Köder und die Bleischrote ziehen zum Ausloten der Pose die Montage nach unten. Dabei rutscht solange Schnur durch das Posenöhr bis der Schnurstopper erreicht ist und die Pose am Schnurstopper zum stehen kommt. Dies nennt man eine freilaufende Montage. Des weiteren gibt es auch noch die ''feste Montage'' - dabei wird der Schwimmer mit zwei Gummibändern fest auf die Hauptschnur gefädelt, der Köder und die Bleie ziehen den Schwimmer hier ebenfalls nach unten bis er gerade im Wasser steht.

Angesichts des vielseitigen Angebots fällt es heutzutage nicht leicht die richtige und passende Pose für das jeweilige Gewässer auszuwählen. Deshalb ist es sehr wichtig Vorsorge zu treffen und sich ausreichend mit verschiedenen Posentypen- und Farben einzudecken um den jeweiligen Gewässer-Verhältnissen gerecht zu werden.

Für das Angeln am Rhein (abgesehen von Altarmen und stillen Häfen) sollte man auf jeden Fall einer Feststellpose vor der Freilaufpose den Vorzug gewähren, da die Freilaufposen mit Gleitmontage durch die starke Rheinströmung ständig nach unten gedrückt werden. Mit der Feststellmontage lässt sich der der Köder leichter und präziser führen, desweiteren hat man mit dieser Montage mehr Kontrolle bei Wind, Wellengang und Strömung. Es emfiehlt sich ebenfalls ein kleines Schrotblei (sog. Signalschrot) unmittelbar in der Nähe des Hakens zu plazieren, damit lassen sich die Bisse noch besser deuten. Die Montage wird zudem bei weiten Auswürfen noch etwas gestreckt, somit lassen sich evtl. Schnur-Verwirbelungen vermeiden.

Es gibt beim modernen Posenangeln noch unzählige weitere Montagen, Techniken und Abwandlungen - meist kommt man nur durch ausprobieren zum gewünschten Fang-Ergebnis. Wie Sie es auch immer anstellen, dem Fisch ist es eigentlich relativ egal welche Pose den Köder hält, entscheidend ist eher ob der Angler den Biss erkennt und der Fisch die Pose leicht genug (ohne etwas zu merken) unter Wasser bekommt, wie bei vielen Dingen im Alltag gilt hier ebenfalls folgende Faustregel: ein kleiner Fisch braucht einen kleinen Köder und eine kleine Pose, ein grosser Fisch... usw.     

Die Haken sollten jedoch auf die Zielfisch-Art und Grösse abgestimmt sein. Je grösser der zu erwartende Fisch, desto grössen sollte auch der Haken sein. Grössere Haken eignen sich auch hervorragend dazu untermassige Fische auszuschliessen, da diese den Haken erst gar nicht in den Mund bekommen. Werden hingegen zu kleine Haken benutzt ist die Gefahr sehr gross, dass der Haken vom Fisch komplett verschluckt wird oder ausschlitzt. Heutzutage muss man zum Glück seine Haken nicht mehr selber binden, es wird eine breite Palette an unterschiedlich langen Vorfächern und fertig gebundenen Haken angeboten. Wer jedoch trotzdem seine Haken selber binden möchte kann sich anhand nachfolgender Aufstellung orientieren welche Haken-Grösse sich für welchen Fisch am Besten eignet:

Hakengröße : 18 - 12 eignet sich gut für kleine Fische wie z.B.: Rotaugen , Rotfedern, kleine Rapfen, Ukelei, Karausche und Aland

Hakengröße : 11 - 8 eignet sich für: Schleie, Brassen, Döbel und große Rotaugen aber auch für Regenbogenforellen und Barsch

Hakengröße : 7 - 3 Wurmhaken - eignet sich gut für Fischarten wie z.B. Aal, Barsch, Zander und auch für Karpfen

Hakengröße : 2 - 1/0 eignet sich speziell gut für größere Fische wie z.B. Fisch-Fetzenköder für Raubaale, Zander und Hecht

Hakengröße : 2/0 - 4/0 Köderfisch-Haken für z.B.: Wels oder kapitale Hechte

 

Persönliche Erfahrungen / Angeln mit Pose am Rhein

Auch ich habe es mir nicht nehmen lassen und habe versucht ein paar Fische mit freischwebenden Köder (Maden) und Pose am Rhein zu fangen ...

Es war ein warmer Mitte-August Tag, der Rheinpegel noch war den tagelangen Regenfällen immernoch sehr hoch, es war windig und das Wasser schlug leichte Wellen. Eigentlich kein wirklich guter Tag um es am Rhein mit Schwimmer zu versuchen, doch ich habe mich überwunden (obwohl ich diese Angeltechnik selten praktiziere) und habe mir 3-4 Posen, Maden, Schrotblei und ein paar 16er Haken im Angelshop nebenan besorgt. Am Wasser angekommen baute ich meine Angel auf die o.g. Feststellmontage um, und  zog auf den kleinen Haken 2 Maden auf. Den Schwimmer habe ich auf ca. 1 Meter Wassertiefe eingestellt. Zum Anlocken der Fische nahm ich ein wenig gewöhnliches Paniermehl, Back-Vanillearoma, Maden und Haferflocken. Ich habe alles vermischt, angefeuchtet und es peu a peu im Wasser verteilt. Kaum ausgeworfen erhielt ich auch schon den ersten gierigen Biss, es war ein 16 cm grosses Rotauge. Es hat sich den Köder blitzschnell, noch beim Absinken geschnappt. Da ich mit relativ leichtem Gerät angelte, machte der Drill der ''kleinen'' doppelt soviel Spass. Beim nächsten Wurf erging es mir ähnlich, dieses Mal war es ein kleiner Rapfen der mit meinem Schwimmer abzog. Einige Auswürfe später passierte dann etwas was ich so schnell nicht vergessen werde, die Pose hat leicht gezuckt - kurz darauf hin ging Sie blitzschnell unter. Ich schlug an - doch diesmal war es etwas anderes, etwas grösseres dass ich an der Angel hatte. Nach einem kurzen Drill sah ich den Fisch zum ersten Mal aus dem Wasser ragen und ich dachte mir ''oh, das ist aber ein schönes Rotauge'' - bei näherem hinsehen erkannte ich es dann, es war keine gewöhnliche Plötze sondern ein Prachtexemplar von einer Nase (38 cm) die ich in meinen Händen hielt. Das war die erste Nase, die ich in meinem Angler-Dasein gefangen habe ;-)

Info: Die Fische signalisieren die Bisse am Schwimmer auf viele verschiedene Arten, mal geht der Schwimmer einfach gerade unter, mal bewegt er sich schnell zur Seite ohne überhaupt abzutauchen und manchmal kippt er einfach nur um - man hat hier oft den Anschein als würde der Köder auf Grund gelaufen sein - doch ganz im Gegenteil, kapitale Brassen z.B. nehmen den Köder sehr gerne in den Mund und heben die ganze Montage einfach hoch, ohne davon zu schwimmen. Man sollte in jedem Fall, wenn man bemerkt dass die Pose sich ''unnatürlich'' verhält einen Anhieb setzen, Sie werden überrascht sein wie of dabei ein Fisch am Haken zappelt ;-) 

Ich fing mit dieser Angelmethode an diesem Tag insgesamt 15 Rotaugen, 2 grössere Ukeleis, 3 Rapfen, 1 Brassen und sogar eine Nase. Nachfolgend sehen Sie die Bilder mit dem Fang des Tages :-)

      

           

Auch wenn ich nicht wirklich ein Fan vom Stippfischen bin, hat mir das Angeln mit der Feststellpose am Rhein an diesem Tag wirklich Spass gemacht. Wenn man ein wenig anfüttert und es in der Abenddämmerung mit ein wenig ''schwererem'' Gerät zwischen Seerosenblättern versucht kann man sicherlich auch den ein oder anderen Karpfen oder Schleie aus der Reserve locken ;-)

Tipp: Weitere Infos zum Thema Angeln auf: Angeln-verbindet.com - Die Angeln Community!

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